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Seitenstiche

Auch bekannt als: Exercise-related transient abdominal pain (ETAP)

Fast jeder Läufer kennt sie; Einsteiger und junge Sportler deutlich häufiger als trainierte — ein gutes Zeichen: Seitenstiche werden mit Fitness seltener.

Was ist das?

Seitenstiche sind ein stechender, krampfartiger Schmerz unter dem Rippenbogen während der Belastung. Die genaue Ursache ist bis heute nicht abschließend geklärt — die beste Erklärung ist eine Reizung des Bauchfells/Zwerchfells durch Erschütterung und Zug der Eingeweide, verstärkt durch volle Mägen und flache Atmung. Gefährlich sind sie nicht.

Typische Symptome

  • Stechender/krampfender Schmerz seitlich unter den Rippen, meist rechts
  • Nur unter Belastung, verschwindet in Ruhe binnen Minuten
  • Oft nach Essen/Trinken kurz vor dem Lauf, gern bei hohem Tempo

Die Ampel: Was tun?

Weitertrainieren mit Anpassung

Der normale Seitenstich: Tempo raus, tief in den Bauch atmen, Arm der betroffenen Seite hochstrecken, ggf. kurz gehen — dann weiter.

Belastung raus & gezielt arbeiten

Sehr häufige Seitenstiche trotz Anpassungen: Ess-/Trink-Timing prüfen (große Mahlzeit ≥ 2–3 h vorher, konzentrierte Getränke meiden), Rumpfkraft aufbauen.

Stopp — ärztlich abklären

„Seitenstich“, der in Ruhe nicht verschwindet, mit Brustschmerz, Atemnot, Ausstrahlung in Arm/Kiefer oder bei Belastung immer an gleicher Stelle mit Druckschmerz: das ist kein Seitenstich — ärztlich abklären.

Häufige Ursachen

  • Essen oder große Trinkmengen zu kurz vor dem Lauf (besonders zuckerreiche Getränke)
  • Hohes Anfangstempo ohne Einlaufen, flache Brustatmung
  • Schwache Rumpfmuskulatur (mehr Organ-„Gewackel“ pro Schritt)
  • Kalte Luft und Nervosität im Wettkampf

Was die Forschung sagt

Die ETAP-Forschung (v. a. Morton & Callister) zeigt: Der wichtigste beeinflussbare Faktor ist das Timing und die Art der letzten Mahlzeit — hyperosmolare (stark zuckerhaltige) Getränke kurz vor dem Start erhöhen die Wahrscheinlichkeit deutlich. Trainierte Rumpfmuskulatur und bessere Ausdauer senken die Häufigkeit; die klassischen Sofortmaßnahmen (Tempo raus, tiefe Zwerchfellatmung, Druck auf die Stelle) sind zwar kaum in RCTs geprüft, aber praktisch bewährt und risikofrei.

Übungen dagegen

Vorbeugen mit Rumpf und Atmung:

  • Planks & Seitstütz-Varianten (2–3×/Woche)
  • Zwerchfellatmung üben: tief in den Bauch, auch unter Belastung
  • Vor Wettkämpfen: Ernährung wie im Training — nichts Neues

Zurück ins Training

Kein Comeback nötig — Seitenstiche hinterlassen nichts. Notiere dir aber, was du wann gegessen und getrunken hast: Nach 2–3 Wiederholungen erkennst du dein persönliches Muster fast immer.

Für den Wiederaufbau: Der Trainingsplan-Generator hilft dir, wieder strukturiert einzusteigen.

Quellen